Projekte mit ELV-Sensoren

Stationen für die WS2000 Technik

Leider sind das PC-Interface WS2000PC und WS2500PC nicht in der Lage, die Daten aller möglichen Sensoren auch an den PC zu übertragen, da in deren Datensatz nur ein Wind- und ein Regenmesser vorgesehen ist. Abhilfe schafft die Verwendung eines anderen Empfängers wie der PC-Wettersensor-Empfänger-Bausatz ELV 68-390-61.

.
Dieses besitzt dann aber keinen Pufferspeicher, so dass der PC ständig online sein muß. Dafür können dann aber auch offiziell nicht vorgesehene Sensoren wie mehrere Wind- und Regenmesser (siehe Umadressierung von Sensoren)verwendet werden. Weiterhin können auch die Befehle an des Funkschaltsystem FS10 empfangen werden, so das sich dieser Bausatz auch gut als Funktionskontrolle verwenden läßt.
(Stand 2009: Der Empfängerbausatz scheint ausverkauft zu sein und wurde auch aus dem ELV-Katalog genommen)

ELV am IPAQ: Erweiterung von Sven Ketels WetterLite

Ich habe meinen IPAQ zur Kontrolle an den Empfänger angeschlossen und kann mir mittels Wetterlite die empfangenen Datensätze anzeigen lassen.
Eine von mir angepasste Version zur Anzeige aller Sensoren habe ich hier abgelegt. Einfach auf dem Ipaq die bestehende Datei ersetzen.

Anschluss an Beck-IPC

Weiterhin arbeitete ich an einem Projekt mit einem IPC@CHIP von Beck, der die Daten des Sensors entgegennehmen und über TCP weitergeben kann. Angeschlossen ist daran ist auch ein CF-Interface, worauf die Daten dann bis zur Abholung gepuffert werden können. Da die Firmware des IPC@CHIP auch schon einen Webserver enthält, ist mit dieser zigarettenschachtel großen Kiste und dem Empfänger schon eine komplette internetfähige Wetterstation möglich.

Auf dem Bild ist oben das Netzteil, darunter der ELV-Empfängerbausatz und rechts das Entwicklungsmodul DK40 von Beck mit aufgesetztem CF-Interface von Frank Steiger mit gerade übrigen 8MB CF-Karte von meiner letzten Digitalkamera.
Da sich der IPC@CHIP wie ein x186-PC verhält (mit 512 kb Flash und 512kb Sram,2seriellen Ports, 10Mb Ethernet Interface, incl. Dos und Softwareinterupts), kann er bequem mit jedem 186-DOS-Exe erstellenden Compiler wie Borland C++ 4.5(5.02) oder Borland Pascal programmiert werden.
Mein Prototyp kann im Moment die Daten des Empfängers verarbeiten und auf der Flashdisk als Datei ablegen, die man sich dann per ftp holen kann.
Den Quelltext dazu kann man sich hier mit Quelltext downloaden.

Das Projekt mit dem Beck-IPC ist sicherlich Ausbaufähig, habe ich aber aus Zeitgründen nicht mehr verfolgt. Mittlerweile gibt es von Beck ein neues Startset DK-50, welches aber mit 269 Eur + Mwst deutlich teurer, dafür aber mit Borland-C 5.02 kommt. Details gibt es hier

Nutzung des Lantronix-Redirectors als langes Com-Kabel

Ein billigere Möglichkeit bietet der Xport bzw dessen WLan-Variante WiPort von Lantronix, für den Segor-Elektronik in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift c't ein com2lan-Adapter für unter 100Eur (Xport A-Platine) entwickelt hat.
Der Xport hat einen kompletten Java-fähigen Webserver und (für mich am interessantsten) bietet einen Port-Redirektor an, mit dem man quasi das serielle Kabel des Empfängers über das Internet bis zum heimischen PC verlängern kann.

TestaufbauCom2Lan-A-Platine mit ELV-Empfänger
Damit funktioniert die ELV-Software und jegliche andere Software für den Empfänger. Für die WS2500 sind allerdings Probleme zu erwarten, da diese ein bestimmtes Timing der Handshake-Leitungen erfordert, welche der Xport nicht (ohne weiteres)bedienen kann. Dort müssen alle Parameter im Voraus definiert werden.
Für den Com2Lan-Adapter gibt es bei Segor auch eine B-Platine mit einem zusätzlichen AVR-Mega8535 Risc-prozessor, der diese Aufgabe aber erledigen könnte. Diese Platine wird einfach auf die Com2Lan-Platine aufgesteckt.

Eine andere Möglichkeit wäre, sich eine eigene Empfangsplatine Platine mit dem als Ersatzteil erhältlichen Dekoder-Chip ELV00185 zu basteln und diese direkt wie die B-Platine auf den Com2Lan-Adapter aufzustecken.

Einfaches Wetter-Daten Auslese- und Uploadprogramm

Für einen anderen Wetterfreund habe ich auch eine Auslese- und Internet-Uploadsoftware für den ELV-Empfänger in Visual-Basic geschrieben. Diese mehr als Demo zu vestehende Software dekodiert die Daten und übergibt sie via http-aufruf an eine entfernte Webseite, die dann die Weiterverarbeitung übernimmt. Als Beispiel wird eine einfache Anzeige-PHP-Seite aufgerufen, die von dem Programm gleich mit angezeigt wird.
Das Programm kann man sich hier downloaden. Die Quelltexte habe ich hier abgelegt.

Empfang mit einem Ezcontrol XS1

Die WS2000 Sender können auch mit dem netzwerkfähigen EZControl XS1 empfangen werden. Dafür benötigt man mindestens die Option B (Receiver). Mit der Option D(Datenlogger) und einer handelsüblichen SDcard (bis 2GB) lassen sich Wetterdaten auch über einen langen Zeitraum sammeln und über ein Webinterface abrufen.
Mittels der enthaltenen Sende und Empfangsmodule in 433Mhz und 868Mhz-Technik ist es möglich, eine Vielzahl von unterstützen Sensoren zu Empfangen und auch Aktoren wie Funkschalter zu steuern.
XS1
XS1(Herstellerbild)

Datenauswertung der Ventus W931 mit Raspberry Pi

Ein wirklich universiell verwendbares, weil Linux-Kompatibles und zudem sehr günstiges Gerät ist der Raspberry Pi Dort läßt sich die W831 oder eine andere unterstützte Wetterstation über USB anschliessen und mittels des Freeware-Programmes te923con auslesen. Den Datensatz kann man sehr einfach weiterverarbeiten. Ich habe das in einem weiteren IPSymcon-Projekt umgesetzt.
Rasberry Pi
Raspberry Pi mit Tek-Berry Gehäuse

weitere kommerzielle Software

Die WS2000-Technik ist tot

Mittlerweile (Stand 2010) sind nur noch Restbestände von Sensoren und keine Empfänger für die WS2000-Serie mehr lieferbar. Offensichtlich setzt man bei ELV nur noch auf 868Mhz-Stationen wie die WS300 bzw. fungiert lediglich als Reseller für andere Hersteller.

Bemerkungen zum WS2000 Funkprotokoll

Übrigens hält ELV (wie auch die meisten anderen Hersteller) das Übertragungsprotokoll urheberrechtlich geschützt. Zeitweise ist ELV sogar gegen legal(reverse durch Analyse) gewonnene Veröffentlichungen dazu im Internet vorgegangen. Damit dürfte sich auch die Entwicklung alternativer Empfänger-Hardware erledigt haben, so das mit keinen Entwicklungen außerhalb von ELV gerechnet werden kann. Somit lohnt es sich meiner Meinung nach nicht, in die Analyse des Funkprotokolls Zeit und Mühe zu investieren, um hinterher von Rechtsverdrehern auch noch ruiniert zu werden. Mit dem Empfängerchip ist alles da, was man für die WS2000 braucht, wenn es ihn noch gibt.
Der im Protokoll vorgesehene Pyranosensor wurde nie entwickelt.
Auch für den Zugang zu anderen Wetterstationen bauen die meisten Hersteller Hürden durch Nichtveröffentlichung von techn. Details ein. Manchmal haben die Produkte wie die Ventus W831, TFA Nexus, Mebus TE923 einen gemeinsamen "Stamm", so das jetzt schon öfters durch die Arbeit von Freiwilligen an einem Gerät nach einiger Zeit doch noch Details für die eigene Wetterstation bekannt werden können. Aber eigentlich sollte man diese Geräte meiden, um durch geringeren Verkauf die Hersteller zum Umdenken zu bewegen.

Index
Disclaimer
© 2002-2012 Thomas Dreßler
Alle Rechte vorbehalten
letzte Änderung 24.12.2012